Presseerklärung vom 23. September 2010

„Europäischer Tag der Sprachen“ am 26. September 2010

Pressemitteilung des Deutschen Sprachrats

Mehrsprachigkeit: Wird die Mehrheit von der Minderheit lernen?

Deutscher Sprachrat engagiert sich für Sprachenvielfalt in Europa

Europaweit wird heute zum zehnten Mal der „Europäische Tag der Sprachen“ gefeiert. Der Deutsche Sprachrat begrüßt diese Initiative des Europarats und weist darauf hin, dass Europa mit ca. 150 Sprachen, darunter sowohl die Amtssprachen, Regional- und die Minderheitensprachen, ein Kontinent von großer sprachlicher Vielfalt ist. Mit ungefähr 100 Millionen Sprechern ist Deutsch die größte Muttersprache in Europa.

Während in kleineren europäischen Ländern wie der Schweiz oder Luxemburg Mehrsprachigkeit im Alltags- und Berufsleben selbstverständlich ist, haben  Länder wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien und viele andere hier noch
Nachholbedarf.

Prof. Dr. Ludwig Eichinger, Direktor des Instituts für Deutsche Sprache in  Mannheim, und Vorsitzender des Deutschen Sprachrats ist davon überzeugt, dass „Mehrsprachigkeit in vielerlei Hinsicht nützlich ist. Sie schärft den Sinn für Sprache, eröffnet Bildungs- und berufliche Chancen und vermittelt Kenntnisse anderer Kulturen. Für Migranten, die in Deutschland leben möchten, ist die deutsche Sprache eine wichtige Voraussetzung zur Lebens- und Berufsplanung, zur Emanzipation im neuen gesellschaftlichen Umfeld und zum Heimischwerden.“

Die Mitglieder des Deutschen Sprachrats setzen sich dafür ein, dass der Fremdsprachenunterricht bereits in der Grundschule einsetzt. Kinder und Jugendliche sollten in der Schule mindestens zwei Fremdsprachen lernen. Ebenfalls wichtig ist es, dass die Herkunftssprachen der Zuwanderer im Schulunterricht stärker berücksichtigt werden. Denn erst mit der Kenntnis der Muttersprache werden die Voraussetzungen für den erfolgreichen Erwerb von Zweitsprachen geschaffen. In diesem Fall für Deutsch als Zweitsprache.

Der Deutsche Sprachrat ist ein Zusammenschluss der großen, öffentlich geförderten Institutionen zur Erforschung und Pflege der deutschen Sprache sowie deren Vermittlung im Ausland. Mitglieder im Sprachrat sind das Institut für Deutsche Sprache in Mannheim, das Goethe-Institut, die Gesellschaft für deutsche Sprache und der Deutsche Akademische Austauschdienst.

Kontakt:
Dr. Annette Trabold
Institut für Deutsche Sprache
Tel.: 0621-1581-119
Fax: 0621-1581-200
E-Mail: Opens window for sending emailtrabold@ids-mannheim.de

Derzeitiger Vorsitz

Gesellschaft für deutsche Sprache
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65183 Wiesbaden
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